Fragen und Antworten
weitere Fragen und Antworten finden Sie unter http://www.mammo-programm.de.
Was ist eine Mammographie?
Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust und derzeit eine höchst effektive Früherkennungsmethode von Brustkrebs. Bereits kleinste Veränderungen im Brustgewebe können auf den Aufnahmen erkannt werden, lange bevor sie ertastbar sind.
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Was versteht man unter Mammographie-Screening?
Screening bezeichnet die radiologischen Reihenuntersuchung der Brust; im Mammographie-Screening Programm werden Frauen der Altersgruppe 50 – 69 alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen. Für das Mammographie-Screening Programm ist die Effektivität der Früherkennung von Brustkrebs wissenschaftlich erwiesen.
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Warum ist das Mammographie-Screening wichtig?
Brustkrebs (das Mammakarzinom) ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Ca. 19 000 Frauen sterben allein in Deutschland jährlich daran. 55 000 neue Fälle gibt es pro Jahr. Statistisch gesehen wird jede zehnte Frau an Brustkrebs erkranken. Besonders häufig tritt er ab dem 40. Lebensjahr auf. Je früher ein Tumor erkannt wird, um so größer sind die Chancen auf Heilung. Untersuchungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass das flächendeckende Mammographie-Screening tatsächlich Leben retten kann. Durch die frühe Erkennung und Behandlung von Brustkrebserkrankungen kann die Sterblichkeitsrate um 15-35 Prozent gesenkt werden!
Im Jahr 2002 hat der deutsche Bundestag beschlossen, allen Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren den Zugang zur Mammographie zu erleichtern. Nach drei Modellprojekten wurde Ende 2005 der Start für die bundesweite Einführung des Mammographie-Screenings gegeben. Das strukturierte und qualitätsgesicherte Mammographie-Screening-Programm wurde von der ge
meinsamen Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen in Kooperation mit den Ländern eingeführt.
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Welche Vorbereitungen sollte man für die Untersuchung treffen?
Eigentlich ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Sie sollten aber am Untersuchungstag auf Körperpuder, Body-Lotion, Deodorant o.ä. verzichten, weil dadurch Schatten auf den Röntgenaufnahmen vorgetäuscht werden und somit die Qualität der Diagnose leidet.
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Wie läuft die Untersuchung im Rahmen des Mammographie-Screening Programms ab?
Mit der Einladung erhalten Sie einen für sie reservierten Untersuchungstermin. Am Untersuchungstag erhalten Sie außerdem einen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand, zu Vorerkrankungen usw.. Die Angaben werden vor der Untersuchung im Gespräch mit der speziell ausgebildeten medizinisch-technischen Assistentin (MTRA) im Mammographie-Screening Zentrum überprüft und ergänzt.
Danach werden Sie in den Untersuchungsraum gebeten und das Röntgengerät für die Aufnahmen vorbereitet. Von jeder Brust werden zwei Bilder angefertigt. Die Untersuchung dauert einschließlich aller Vorbereitungen 20 Minuten. Sie werden gebeten zu warten, bis die technische Qualität der Röntgenaufnahmen überprüft ist. Unmittelbar nach der Untersuchung erhalten Sie aber noch keinen Befund, dieser wird erst im nachfolgenden qualitätsgesicherten Befundungsprozeß erstellt.
Die Aufnahmen werden an zwei speziell ausgebildete Radiologen weitergegeben, die sie unabhängig von einander begutachten. Wenn beide zu einem unauffälligen Befund kommen – wenn kein Tumor, keine sonstigen verdächtigen Veränderungen zu erkennen sind – erhalten Sie als Screening-Teilnehmerin darüber innerhalb von 2 Wochen eine persönliche Nachricht und werden in zwei Jahren wieder zur Mammographie eingeladen. Mit Ihrem Einverständnis bekommt auch Ihr Gynäkologe oder Hausarzt eine Befundkopie.
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Warum wird die Brust bei der Mammographie gedrückt?
Die Kompression der Brust bei den Röntgenaufnahmen muss leider sein, um die Strahlenexposition gering zu halten und alle Bereiche einer Brust gut darstellen zu können. Es ist selbstverständlich, dass nur so stark gepresst wird wie nötig und so wenig wie möglich. Aber Studien haben gezeigt, dass Auffälligkeiten nicht oder nur unzureichend abgebildet werden, wenn auf das Drücken verzichtet würde.
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Was passiert, wenn eine Auffälligkeit festgestellt wird?
Das bedeutet noch nicht, dass ein Brustkrebs vorliegt!
Sie werden innerhalb 1 Woche nach der ersten Screening-Untersuchung benachrichtigt und zu einem weiteren Termin eingeladen. Dazu gehören dann das Abtasten der Brust und eine Ultra
schall
untersuchung. Je nach Befund kann auch eine Gewebeprobe in örtlicher Betäubung entnommen werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in jedem Fall so schnell wie möglich in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Wenn kein bösartiger Tumor vorliegt, erhalten Sie nach zwei Jahren wieder eine Einladung zur Mammographie im Rahmen des Programms.
Sollte ein bösartiger Befund vorliegen, würden Sie zur Behandlung in ein zertifiziertes Brustzentrum weitergeleitet.
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Wie sicher sind Mammographien?
Das Mammographie-Screening bietet den Teilnehmerinnen einen bisher einzigartigen Qualitätsstandard in der medizinischen Versorgung in Deutschland: Jeder Diagnoseschritt wird von mehreren Ärzten überprüft und dokumentiert, um die Qualität der Brustkrebs-Früherkennung auf höchstem Niveau zu sichern.
Die Ärzte und die medizinisch-technischen Röntgen-Assistentinnen (MTRA) wurden durch spezielle Fortbildungskurse und Lehrgänge auf die hohen Anforderungen des Mammographie-Screenings vorbereitet und verpflichtet, auch künftig ihr Wissen und ihre Fähigkeiten durch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen auf dem neuesten Stand zu halten. Ärzte, die im Screening-Programm arbeiten, müssen jährlich mindestens 5000 Mammographien beurteilen.
Die Radiologie-Institute, die sich für das Mammographie-Screening qualifiziert haben, verfügen über modernste, strahlungsarme Geräte.
Diese hohen Anforderungen an technische und diagnostische Qualität sowie die umfassende Dokumentation sind fester Bestandteil des Mammographie-Screening-Programms und ein großer Vorteil für die Teilnehmerinnen, denen ein wissenschaftlich fundiertes Ergebnis mehr Sicherheit und Lebensqualität gibt.
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Können trotz regelmäßiger Vorsorge Brustkrebserkrankungen auftreten?
Ja, denn die Erkrankung selbst tritt ja schicksalhaft auf, es gibt keine Vorsorge-Maßnahme, die das verhindern könnte. Was das Mammographie-Screening-Programm allerdings leisten kann, ist die Früherkennung dieser schicksalhaft auftretenden Brustkrebserkrankung. Durch die qualitativ hoch
wertigen Röntgenaufnahmen werden auch kleine Brusttumore entdeckt, lange bevor sie ertastet werden können.
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Reicht eine regelmäßige zweijährliche Kontrolle aus?
In vielen Studien haben sich die zweijährlichen Kontrollintervalle als optimal für die Mehrzahl der Frauen erwiesen, Aufwand und Nutzen stehen in einem sehr guten Verhältnis. Dennoch gibt es Ausnahmesituationen, z.B. bei familiärer Brustkrebsbelastung oder nach einem bereits aufgetretenen und behandelten Brustkrebs in der Nachsorge, bei denen auch jährliche oder kürzere Intervalle sinnvoll sind. Sprechen Sie mit ihrem Arzt, um ggf. ein individuelles Vorsorge- bzw. Nach
sorge
programm zu erstellen.
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Ich gehöre nicht der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren an; kann ich auch zum Screening kommen?
Leider nein, das Programm ist strikt auf die Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahre begrenzt. Dennoch kann eine Mammographie auch unter 50 Jahren und über 69 Jahren sinnvoll sein, z.B. bei familiärer Belastung. Es gibt eine Reihe weiterer Risikofaktoren, die dazu führen können, auch schon ab 40 Jahren oder über 70 Jahre hinaus eine regelmäßige Mammographie durchführen zu lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Diese Mammographie wird dann aber nicht als „Screening-Mammographie“, sondern als „kurative Mammographie“ bezeichnet. Die technische Durchführung und Befundung sind jedoch völlig identisch.
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Ich bin unter 40, soll ich mich mammographieren lassen?
Soweit sie keine Symptome haben – nein! Das Brustgewebe junger Frauen ist besonders strahlen
sensibel, so dass – wenn möglich – eine Röntgenuntersuchung vermieden werden sollte. Für eine Röntgen-Mammographie muss dann ein handfester Grund („eine rechtfertigende Indikation“) vorliegen, dies kann ein Tastbefund oder ein unklarer sonographischer Befund sein. Obwohl Brust
krebs bei Frauen unter 40 Jahren selten ist, so gibt es ihn doch und Sie sollten Symptome ernst nehmen und ihren Frauenarzt konsultieren.
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Wie hoch ist die Strahlenexposition bei der Röntgenuntersuchung?
Die digitalen Röntgengeräte, die im Mammographie-Screening eingesetzt werden, sind auf dem neuesten Stand der Technik, sie kommen mit sehr geringen Strahlenmengen aus. Die technische Freigabe erfolgt arbeitstäglich durch einen Medizinphysiker. Die Dosis, die während der Mammo
graphie abgegeben wird, hängt von der Größe und Zusammensetzung der Brust ab, sowie von der Kompression, sie wird für jede Aufnahme gemessen und dokumentiert. Die biologische Wertigkeit (das „Schädigungspotential“) der Dosis hängt außerdem vom Alter der Frau ab und ist ab dem 50. Lebensjahr vernachlässigbar klein.
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Wie sollen sich Frauen verhalten, bei denen bereits eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert wurde?
Auch wer bereits wegen einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher Behandlung ist oder an einem Nachsorgeprogramm teilnimmt, wird eine Einladung zum Mammographie-Screening erhalten.
Diese Frauen können grundsätzlich am Mammographie-Screening Programm teilnehmen, in der Regel sind jedoch ergänzende Untersuchungen erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!
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Wie werden die Daten der Teilnehmerinnen geschützt?
Die Adressen für die Einladungen zum Screening erhält die Zentrale Stelle von den Einwohner
meldeämtern, die nur die Namen und Adressen der jeweiligen Frauen weiterleiten, die nach ihrem Geburtsdatum zu den Anspruchsberechtigten gehören. Deshalb erhalten auch Frauen, die bereits wegen einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher Behandlung sind, eine Einladung. Denn die Ein
wohnermeldeämter haben aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Erkenntnisse über den Gesundheitszustand der Bürgerinnen.
Die Röntgenaufnahmen und Befunde der Teilnehmerinnen werden in den zuständigen Screening-Zentren verschlüsselt gespeichert und werden bei den folgenden Mammographien im Screening-Programm zum Vergleich herangezogen.
Bei einer neu diagnostizierten Brustkrebserkrankung wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben eine Meldung an das Krebsregister Rheinland-Pfalz erfolgen. Die Zusammenarbeit mit dem Krebsregister erhöht auch die Qualität des Screening-Programms erheblich.
Bei jeder Verwendung der Daten wird jedoch dem Datenschutz höchste Priorität eingeräumt.
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